Donnerstag, 14. Januar 2010

...museo del arte contemporaneo!



Teil der Skulptur vor dem CAAC, Sevilla 


Bougainvillea-Blüten im Brunnen einer der Innenhöfe des CAAC, Sevilla 


Schornstein in einem der Innenhöfe des CAAC, Sevilla 

Das  Centro Andaluz de Arte Contemporáneo (kurz: CAAC, Zentrum für zeitgenössische Kunst) der Stadt Sevilla liegt auf der Isla Cartuja, einer mit Expo-Leichen übersäten Fläche vor den eigentlichen Toren der Stadt. Hier wurde 1992 der Traum von einem Wirschaftswunder-Technologiepark geweckt, gewürgt und sich selbst überlassen. Die Expo, die hier zu Beginn der neunziger Jahre stattfand sollte der industriell und strukturschwachen Region um Sevilla die Ankunft in einem neuen Jahrtausend erleichtern. Doch statt der gesäten Hoffnung blieb nur eine hohe Verschuldung und viele leerstehende Gebäude, die zum Teil sogar wieder abgerissen wurden. Von dem erwünschten Aufschwung ist in der Region auch heute noch nichts zu spüren, trotz verbesserter Infrastruktur.
Wer in Sevilla also zeitgenössischer Kunst begegnen möchte, der muss zunächst an futuristisch anmutenden Gebäuden vorbei, die partiell alte Fakultäten der Universität beherbergen, ansonsten aber eher deplatziert erscheinen. Umso verwunderlicher wirkt es da, dass das Museum als Paradebeispiel für die Symbiose archaischer und moderner Baustile zu Tage tritt. So ist der Kern der Anlage geprägt durch die Überreste eines alten Konvents, dem Monasterio de la Cartuja. Gegründet wurde dieser im Jahre 1400 und von verschiedenen Architekten und Baustilen geprägt. So gilt beispielsweise der Claustrillo-Innenhof, als Vorzeigemodell für die in Andalusien weit verbreitete Módejar-Bauweise, die starken Einflüssen durch die maurische Kultur unterliegt. In dem Gebäudekomplex finden sich allerdings auch im Genua des 16. Jahrhunderts verfertigte Grabmäler und Neubauten aus dem späten 18. Jahrhundert, die nach dem Einwirken einiger Naturkatastrophen notwendig wurden.   
Im Verlauf seiner Geschichte sollten dem Konvent auch irdischere Aufgaben zuteil werden. Im Spanien des 19. Jahrhunderts wurden viele Klöster veräußert, was auch dieses betraf und somit erwarb es ein britischer Kaufmann, der es zu einer Fabrik umfunktionierte. Fortan wurden auf der Cartuja Töpferwaren produziert. 
Seit der besagten Expo '92 dient der Gebäudekomplex, der seine diversen Vergangenheiten zur Schau stellt, nun als kultureller Lichtblick der Isla Cartuja. Bevor die Weltausstellung stattfand wurde die Anlage renoviert und partiell wieder aufgebaut. Durch den Architekten José Ramón Sierra, der 2004 auch an der Architektur-Biennale in Venedig teilnahm, wurde es seiner neuen Aufgabe zugeführt. Er plante Verbindungen zwischen den etlichen Kapellen und anderen kirchlichen Überresten und Ausstellungsräumen und bezog sich mit vielen Kleinigkeiten immer wieder auf die wechselhafte Geschichte der Cartuja. Somit schuf er einen unvergleichlichen Ort für die zeitgenössische Kunst, der in jedem Fall einen Besuch wert ist.
  

Claustrillo, Innenhof des ehemaligen Konvents im CAAC, Sevilla 



Teil der Skulptur vor dem CAAC, Sevilla 




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