Mittwoch, 13. Januar 2010

...kopfkauf!


Schaufenster, El Corte Inglés, Sevilla 


In Andalusien scheint alles etwas dramatischer zu sein. Das Licht, die Menschen, die Kultur. Das gilt offensichtlich sogar für die Schaufensterdekoration der viertgrößten Stadt Spaniens. El Corte Inglés ist die iberische Version von Karstadt. Allerdings ist dieses Unternehmen bislang weder der Wirtschaftskrise noch fehlerhaftem Management zum Opfer gefallen. Während deutsche Kaufhäuser bei den Kunden auf immer mehr Ablehnung stoßen, erfreut sich die spanische Handelskette äußerster Beliebtheit. Das mit Hilfe einer Stiftung immer als Familienbetrieb geführte Unternehmen kannte auf der Halbinsel bislang weder Verluste noch Konkurrenz. Und auch über die Landesgrenzen hinaus ist der gute Ruf, der Handelskette mit dem grünen Dreiecks-Logo, zu vernehmen. In der Zeit war gar zu lesen: 'Nur Aldi ist profitabler'. Das ist zwar schon einige Jahre her, und die Wirtschaftskrise hat auch das Konsumverhalten der Spanier und damit den Einzelhandel schwer in Mitleidenschaft gezogen, aber das Durchhaltevermögen scheint ungebrochen. So blieb El Corte Inglés, trotz Krisenjahr, der zweitwichtigste Arbeitgeber Spaniens, nach dem Telekommunikationsunternehmen Telefónica. Und trotz der dramatischen Wirtschaftslage im Heimatland, oder gerade deshalb, will das spanische Unternehmen nun auch im Ausland Fuß fassen (go-britain.de).  
Ob dieser anhaltende Erfolg den mutigen Schaufensterdekorationen geschuldet ist, vermag ich nicht zu sagen. Allerdings halte ich es für unwahrscheinlich, dass bei Oberpollinger in München irgendwann die Puppen auf den Tischen liegen...

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