Freitag, 15. Januar 2010

...pipilotti...pfefferminza...




Pipilotti Rist, Deine Raumkapsel, 2006 


Die aktuelle Ausstellung im CAAC in Sevilla (ich berichtete gestern) beschäftigt sich mit den Máqinas de Mirar und nennt sich daher auch so. Es handelt sich also um eine Auseinandersetzung mit der technischen oder eben maschinellen Wahrnehmung von Kunst oder auch der Erzeugung selbiger durch technische Verfahren. (...mehr dazu in Bälde!)
Heute möchte ich mich allerdings speziell einer Künstlerin widmen, deren Arbeit, Deine Raumkapsel im Rahmen dieser Ausstellung auch zu sehen ist. Hierbei handelt es sich um eine hüfthohe Transportkiste, die auf eine Europalette gestapelt zunächst einen recht unspektakulären Eindruck vermittelt. Vielmehr hat man das Gefühl hier würden noch verpackte Kunstwerke im Gang herumstehen. Erst wenn man sich nähert und einen Blick von oben - in die Kiste hinein - wagt, kann man feststellen, dass sich hinter den hölzernen Wänden die zauberhafte Welt einer studentisch lebenden Musikerin verbirgt. Und zwischen Pizzastücken und Bett, da dreht sich ein kleiner Spiegel, der Videosequenzen von außen in den Raum überträgt und ihn dadurch noch belebter erscheinen lässt. Eine außergewöhnliche Kombination aus Guckkasten und Kino, die sich von außen nichts anmerken lässt...


Ich verfolge die Arbeit der Schweizerin Pipilotti Rist seit Jahren mit großer Begeisterung und möchte Euch deshalb mit zwei ihrer Videoarbeiten und dem Trailer zu Ihrem ersten Spielfilm Pepperminta, der 2009 Premiere feierte, den Tag versüßen:





Eine ungewöhnliche Präsentation hat der in Zürich lebenden Künstlerin momentan übrigens das Louisiana Museum in der Nähe Kopenhagens gewidmet. (mehr dazu in meinem blog) Unter dem Namen homo sapiens sapiens, zeigt sie hier bis zum 25. April 2010 einen Film mit dem selben Titel, der an die Decke projiziert wird. Der Besucher kann sich auf eigens von der Künstlerin dafür entworfenen Sitzmöbeln darunterlegen und sich von ihren bewegten Bildern umschließen lassen. Dabei entsteht eine weitaus engere Verbindung zwischen dem eigenen und den zu betrachtenden nackten Körpern in der Darstellung, als manch einem Kunstfreund lieb sein dürfte. Wer es gerne kleiner und unpersönlicher mag, kann das Ganze auch hier sehen:


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