Montag, 19. April 2010

...sonntagszeitung...




Die Zeitschrift die hier fragt, liegt schon seit einiger Zeit bei mir herum und ich habe sie auch schon mit einigen kurzen Momenten der Aufmerksamkeit bedacht. Es musste allerdings erst Sonntag werden, damit ich dazu kam, mich mit ihr und einer Kokosnuss auf den Balkon zu verkriechen und zu stöbern...


Ich bin ein langjähriger Fan der brandeins und muss dennoch zugeben, dass ich sie immer seltener kaufe (früher hatte ich sie abonniert) und dann auch oft nicht ganz lese. Das ist allerdings nicht der Qualität des Wirtschaftsmagazins sondern meiner Faulheit geschuldet und der Tatsache, dass so viele andere hochwertige Blätter meinen Weg säumen. Dennoch maße ich mir an, hier festzustellen, dass die aktuelle, die für mich persönlich schönste Ausgabe seit langem ist, und das nicht nur, weil sie farblich mit meinem neuen Nagellack und meinem Lieblingsrock harmoniert. Ich interessiere mich zwar auch für Logistik und Marken und all die anderen Schwerpunkte der letzten Zeit, die April-Ausgabe widmet sich allerdings dem sehr privaten Thema Lebensplanung.

Spiel ohne Grenzen Überleben. Lernen. Das nächste Level erreichen. 

Das Heft handelt von Menschen, die längst angekommen zu sein scheinen und dennoch oder gerade deshalb unzufrieden sind. Es spielt mit Gedanken von Metamorphose und Entwicklung, die im Berufsleben früher nicht vorstellbar waren.
Da auch mein Leben eher ein mäanderndes Band im Gefüge der Zeit ist, bin ich sehr angetan von der Idee sich und seine Orientierung gelegentlich zu überdenken, sich Freiräume zu schaffen und Dinge offen zu halten. Und so ist diese Ausgabe auch wegweisend und inspirierend für Menschen, die mehr erwarten von ihrem Leben, als Sicherheit und  Monotonie. 

Wir leben in Zeiten großer Veränderungen. Aber wie steht es mit dem eigenen Wendepunkt? Wie geht es weiter, ganz persönlich? 

Was treibt Menschen an, die sich mit 45 Jahren dafür entscheiden den Buchhalterjob an den Nagel zu hängen, um die Berufsschule zu besuchen? In diesem Fall wollte die Frau Photographin werden. Und warum machen sich manche selbstständig um anschließend in ein Angestelltenverhältnis zurückzukehren? Hier zeichnen sich Lebenswege ab, die oftmals von Erfolg begleitet waren und das auch bleiben werden und trotzdem Brüche und Kanten aufweisen, die man in dieser Form nicht erwartet. Die Menschen in dieser brandeins sind alle Charaktere, die sich irgendwann dafür entschieden, ihr Leben selbst zu formen und das macht sie und daurch diese Ausgabe so faszinierend. 
Die verlässlichste Konstante auf dem wechselhaften Arbeitsmarkt, erklärt die Berufsberaterin ihren Kunden, liege in ihnen selbst. Dann sagt sie etwa: "ich muss sie vor allen klugen Ratgebern warnen, sogar vor mir. Lassen Sie auch Ihren Solarplexus sprechen: Was sind Ihre Wünsche, Träume, Interessen, Fähigkeiten? Stellen sie sich die Frage: Wer bin ich?"
Ein guter Ansatz, während Industrie, Schule und Familie einem erklären, welche Berufe und welche Ausbildungen gefragt und zukunftsträchtig sind. Ein Wirtschaftmagazin, das uns empfiehlt auf unser Herz zu hören, ist tatsächlich weitaus mehr als nur Zahlen.


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